Weißweine von der Nahe: Riesling von Weltrang

Das Weinbaugebiet Nahe liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz und ist geprägt von der etwa 125 Kilometer langen Nahe, linker Nebenfluss des Rheins. Auch wenn das Weinbaugebiet erst seit 1971 als eigenständig geführt wird, reicht seine Weinbautradition mehr als 2000 Jahre zurück. Die bekannteste Stadt der Region ist die Kurstadt Bad Kreuznach. Die Weinregion umfasst mehr als 4.200 Hektar Anbaufläche.

Es sind vor allen Dingen die Weißweine von der Nahe, die eine herausragende Qualität haben. Das statistische Landesamt von Rheinland-Pfalz weist für das Jahr 2021 aus, dass 76,6% der Anbauflächen mit Weißwein bestockt sind.

Die top fünf Weißweine von der Nahe nach ihrer Anbaufläche

  1. Riesling von der Nahe (29%)
  2. Müller-Thurgau von der Nahe (11,6%)
  3. Ruländer von der Nahe (8,7%) – Hier ein kleiner Exkurs: Ruländer ist dasselbe wie Grauburgunder oder Grauer Burgunder. Die Geschichte dazu in Kurzform: Johann Seger Ruland ist verantwortlich für die Verbreitung der Rebsorte in Deutschland. Der deutsche Kaufmann und Apotheker aus dem Frankfurter Raum lebte von 1683 von 1745. Die Rebsorte wurde später nach ihm auch Ruländer genannt.
  4. Weißburgunder von der Nahe (7,7%)
  5. Grüner Silvaner von der Nahe (4,5%)

Das Weinbaugebiet Nahe weist deutschlandweit die größte Vielfalt an Böden auf. An der unteren Nahe sind Quarz- und Schieferböden prägend, während an der mittleren Nahe Porphyr, Melaphyr und Buntsandstein vorherrschend sind. Verwitterungsböden und Tonüberlagerungen aus Sandstein, Löss und Lehm sind schließlich rund um Bad Kreuznach dominierend.

Schieferböden machen Weißweine von der Nahe unverwechselbar

Diese besondere Geologie und das kühle, trockene Klima begründen nur zum Teil die Einzigartigkeit der Nahe. Die andere Seite der Gleichung ist die Bereitschaft der Winzer, die Weine sehr stark sich selbst formen zu lassen“, schwärmt der britische Weinkritiker Stuart Pigott Ende 2017 über Riesling von der Nahe.

Tatsächlich sind die Weißweine von der Nahe herausragende Geschmackserlebnisse. Einen Riesling vom Gut Hermannsberg, von Tonschieferböden auf schwierigsten Lagen, oder einen Riesling vom Weingut Hermann Dönnhoff (Böden: Grauschiefer, Porphyr und Melaphyr sowie Vulkanverwitterung) werde Sie nicht so schnell vergessen.

Genauso wenig wie einen Riesling vom Weingut Emrich-Schönleber von Lagen, die von rotem Verwitterungsschiefer geprägt sind. Die Trauben fallen hier in der Regel deutlich kleinbeeriger als üblich aus, dafür sind sie umso aromenintensiver.

Wir empfehlen Ihnen aber auch unbedingt, Weißburgunder von der Nahe und Grauburgunder von der Nahe zu kosten. Sie werden Ihre helle Freude daran haben.