Mit dem Begriff Erziehungsform bezeichnet man beim Weinbau die Art und Weise, wie die Rebe beim Wachsen unterstützt wird. Dies erfolgt durch einen bestimmten Schnitt der Rebe und der Rebschenkel sowie die Verwendung von Kletterhilfen. Dabei können ganz unterschiedliche Systeme angewandt werden. Zumeist finden aber Pfähle, Drähte oder Holzgestelle Verwendung. Dieses wiederum hat Einfluss auf die Sonneneinstrahlung und den Ertrag.
Bereits in der Antike hat man den Wein nicht einfach so wachsen lassen, sondern sich schon mit Fragen der Reberziehung befasst.
Je nach Tradition, Region, Klima oder Boden sind dies die gängigsten Methoden:
Gobelet-System
Verbreitet im Mittelmeerraum, Rhône, Beaujolais, Spanien, Italien. Der Stamm wird kurz geschnitten, nur drei Schenkel verbleiben und wachsen nach oben.
Guyot-System
Bordeaux, Italien, Spanien und die meisten Qualitäts-Winzer vertrauen auf diese Methode. Die Rebe rankt sich an Drähten empor.
Cordon-System
Die Reberziehung der neuen Welt, insbesondere Amerika, Südafrika, Australien. Auch hier werden Drähte verwendet, die Rebschenkel werden auf einfache Art angebunden.
Pergola
Der Wein rankt an Lauben entlang. Verbreitet in Tirol oder Valpolicella.
Bogenerziehung
Vorwiegend in Deutschland. Entweder es werden zwei Fruchtruten in Herzform zwischen zwei Drähten fixiert oder eine Fruchtrute als Halbogen.
Ganzbogen
An Mosel, Saar und Ruwer verbreitet. Die Fruchtruten werden Herzform an einem Pfahl fixiert, wobei jeder Rebstock einen eigenen Pfahl erhält.